Umbauarbeiten: Alesis iO Dock auf Apples Lightning-Anschluss umrüsten

Einige von Euch kennen sicher das Alesis iO Dock für das iPad. Ein Pro Audio Dock, in das man das iPad (1., 2. und 3. Generation) einschieben kann, um dann die professionellen Anschlussmöglichkeiten des Alesis-Gerätes nutzen zu können.

20131111-230636.jpg

20131111-230801.jpg

20131111-231115.jpg

So sieht das ganze aus. Oben das iPad rein, hinten dann symmetrische 6,3er Klinkenausgänge, 2 XLR-Klinke-Combo-Eingänge für Line, Mikrofon oder Gitarre/Bass, jeweils schalt- und regelbar, Phantomspeisung für Kondensatormikrofone, Footswitch, Videoausgang (nicht mehr ganz zeitgemäß als Composite), Kopfhörer-Ausgang, Regler für Kopfhörer und Main Out an der rechten und USB- und Midianschlüsse links.

So weit, so gut. Jetzt hat Apple aber mit dem iPhone 4 den Anschluss von 30pin auf Lightning geändert und mit dem iPad 5 Air zudem einen neuen Formfaktor eingeführt. Dazu kommt, daß das iPad 3, was ja im Prinzip nur ein iPad 2 mit schnellerem Grafikprozessor und Retinadisplay war, schon spürbar on die Jahre gekommen ist. Aber soll ich mich deswegen wirklich von dem tollen Alesis iO Dock trennen? Eine Mail an Alesis brachte zwar hervor, daß ein entsprechendes Update wohl zu erwarten sei, man aber nicht sagen kann, wann das sein wird.

Also spielte ich kurzzeitig mit dem Gedanken, nicht nur das iPad 3 sondern auch das iO Dock zu verkaufen. Dann fiel mir aber mein 30pin to Lightning-Adapter in die Finger und es reifte eine Idee.

20131111-232427.jpg

Optisch nicht einwandfrei, aber technisch makellos, mit dem (original!) Adapter funktioniert auch mit dem neuen iPad alles wie gewohnt. Zumindest fast. Leider unterstützt der Adapter kein Videosignal, sa dass der Composite-Ausgang an der Rückseite des Dock ab sofort dunkel bleiben wird. Aber wer nutzt schon noch Composite Video? Also beherzt zum Kreuzschlitzschraubendreher gegriffen und die 10 Schrauben aus dem Boden (4 sind hinter schwarzen Aufklebern verborgen) gedreht, dann kann man den Deckel des Gerätes einfach abnehmen und sieht die Platine mit dem 30pin-Connector, die wieder von 2 Schrauben gehalten wird. Raus damit!

20131111-232900.jpg

Jetzt braucht man einen 30pin auf Lightning-Adapter mit Kabel (20cm). Nehmt bitte den originalen von Apple. Der ist zwar mit 39 Euro ziemlich happig im Preis aber die billigen Chinaimporte bereiten tatsächlich alle möglichen Arten von Problemen. In den Lightning-Stecker habe ich dann mit einer Dreikantfeile 2 Kerben in die Plastikisolierung gefeilt, durch die der Stecker prima in dem Schlitz des 30pin-Anschlusses einrastet. Feilt die Kerben bitte schön weit vorne am Stecker, ich habe sie so 1,5mm zu weit hinten gefeilt, daher steht mein iPad doch noch etwas zu weit rechts. Aber bei 39 Euro für einen neuen Versuch will ich den anderthalben Millimeter mal ignorieren.

Dann habe ich in meiner Bastelkiste einen Messing-Bildaufhänger gefunden und zurechtgebogen, um den Lightning-Stecker vor dem Herausrutschen zu sichern.

20131111-233552.jpg

20131111-233654.jpg

Dann habe ich mit Heißkleber die verbleibende Öffnung abgedichtet und Stecker und Kabel nochmals fixiert. Die Original-30pin-Platine habe ich in einen freien Bereich des Gehäuses verlegt, an den Adapter gesteckt und den Adapterstecker wieder mit Heißkleber am Boden fixiert.

20131111-233954.jpg

Im Prinzip war es das auch schon. Den Kleber aushärten lassen, das Gerät wieder zuschrauben und fertig. Wäre da nicht der neue Formfaktor des iPad Air. Aber hier springt der Baumarkt meines Vertrauens helfend ein. Zwei Streifen Tesa Moll P-Profil Large halten das iPad stabil und schonend in Position. Außerdem müsst Ihr vom Einschub des iPad2 oder iPad3-Adapters ein klein wenig wegfeilen, dass der Lightning-Stecker entsprechend Platz hat.

20131111-234635.jpg

20131111-234324.jpg

Ich bin mir zwar nicht sicher, ob der Tesa-Streifen die Dauerlösung sein wird, aber im Augenblick sieht das gar nicht schlecht aus.

20131111-234823.jpg

So sieht´s aus. Das Alesis iO Dock ist im Lightning-Zeitalter angekommen und darf damit Teil meines Equipments bleiben. Zeitaufwand des Umbaus: ca. eine Stunde.

Nachtrag: Whoa, was für eine Resonanz auf diesen Artikel. Dutzende Aufrufe täglich aus allen Teilen der Welt. Danke für Euer Interesse.

Frage: Jemand an einer englischsprachigen Version dieses Artikels interessiert?

An english version of the article anyone? Please reply in the comments section. If you like it, I will translate the article as soon as possible …

Posted in Professionals, Technicals | Tagged , , , , | 12 Comments

12 Responses to Umbauarbeiten: Alesis iO Dock auf Apples Lightning-Anschluss umrüsten

  1. Miguel says:

    Dear FRIEND.
    Please, I would be very happy if you translate it.
    Thank you very much in advance.
    All the best

  2. Benny Altenkirch says:

    Hallo. Brauche eine Alesis I-dock 30pin Ersatzplatine. Vielleicht können sie mir weiter helfen. Mfg Benny

  3. Gerd says:

    Danke für den Artikel, war auch schon kurz davor mein Dock zu verkaufen, da das neue Ipad nicht passt.
    Wie ist die Performance im Zusammenspiel altes Dock – neues IPad?
    Gruß Gerd

  4. Rolf Dinter says:

    Hallo,

    habe mir ein neues iPad(5th Gen) gekauft.Mit 30pin to Lightning Adapter angeschlossen. Ich nehme auf mit der Auria App. Leider wird der IODock da nicht mehr erkannt.

    Was benutzen Sie für eine iPad Version?

    Viele Grüße,

    Rolf Dinter
    rolfdinter@gmx.de
    Tel. 0176-52044800

  5. Christoph Pichler says:

    Hat bei mir prima funktioniert. Vielen Dank für die tolle Anleitung!

    LG Christoph

    • Christoph Pichler says:

      Etwas zu früh gefreut:
      Bei der Ausgabe des Sounds über die PA gibt es leider zB in GarageBand sich wiederholende Artefakte (Knackser), was bei DrumLoops natürlich nervig ist. Beim direkten Anschluss an Audio Out des iPads ist alles ok – hat das auch jemand beobachtet?

      Danke, Christoph

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.